Biologischer Weinbau in Reil: Was wir lassen, und was wir tun

|Alexander Arns
Blühender Weinberg mit Begrünung zwischen den Rebzeilen in Reil an der Mosel

Seit 2011 bewirtschaften wir unsere Weinberge in Reil und Briedel zertifiziert ökologisch. Das hat zwei Seiten: Was wir nicht tun dürfen, und was wir tun, weil wir es für richtig halten.

Was Bio-Weinbau gesetzlich ausschließt

Biologischer Weinbau steht auf drei Verzichten. Sie sind keine freiwillige Selbstverpflichtung, sondern geltendes Recht (EU-Öko-Verordnung), und eine Kontrollstelle prüft sie jedes Jahr. Bei uns ist das die Kontrollstelle DE-ÖKO-022.

  • Keine synthetischen Pflanzenschutzmittel.
  • Kein Mineraldünger.
  • Keine Herbizide.

Das dürfen wir nicht, und das machen wir nicht.

Rosa blühende Wildblumen zwischen den Reben im Weinberg
Begrünung und Artenvielfalt zwischen den Reben.

Was wir darüber hinaus tun

Der Verzicht allein macht noch keinen guten Weinberg. Die eigentliche Arbeit beginnt im Boden, und dort setzen wir an:

  • Begrünung: Unsere Weinberge sind ganzjährig begrünt. Zwischen den Reben wachsen Pflanzen, die tief wurzeln und den Boden durchwurzeln.
  • Artenreichtum: Wir säen eine Biodiversitätsmischung ein, teils nach dem Umbruch der Begrünung, teils direkt in die bestehende Begrünung. Unter den Souvignier-Gris-Reben wachsen Basilikum, Kerbel, Schnittlauch, Salbei, Thymian und mehr.
  • Nützlinge: Blühende Pflanzen locken Bienen und andere Insekten an, die im Weinberg gebraucht werden.
  • Humusaufbau: Mit Kompost, Pflanzenkohle und Komposttee bringen wir organisches Material in den Boden. Wir sind einer von 36 Demonstrationsbetrieben im Projekt CarboVino der HumusAllianz.
  • Bodenleben: Makro- und Mikroorganismen im Boden wandeln organische Masse in Humus um. Je aktiver das Bodenleben, desto besser speichert der Boden Wasser, auch in trockenen Jahren.
  • Starke Reben: Wir schneiden sanft nach Simonit und Sirch, damit der Saftfluss erhalten bleibt und die Rebe gesund alt wird. Mit dem Souvignier Gris stehen bei uns Reben, die gegen Pilzkrankheiten widerstandsfähiger sind.

Mehr zu Begrünung und Boden im Beitrag Wir arbeiten für mehr Biodiversität.

Rebstock mit frischem Laub an einem Hang im Weinberg
Ein Rebstock im Weinberg.

Und wenn doch etwas gespritzt werden muss?

Ganz ohne Pflanzenschutz kommt auch der biologische Weinbau nicht aus. Dann arbeiten wir ausschließlich nach den strengen ökologischen Richtlinien in Deutschland und setzen nur ein, was sie zulassen. Unterstützt werden wir dabei von moderner Technik und von dem Fachwissen aus unserem Weinbaustudium in Geisenheim.

Gegen den Traubenwickler hängen wir gemeinsam mit unseren Winzerkollegen Pheromondispenser auf. Sie verwirren die Männchen, so dass wir ganz auf Insektizide verzichten können. Raupen des Rhombenspanners sammeln wir von Hand ab.

Goldgelbe Trauben am Rebstock im Herbstlicht
Von Hand gelesen: reife, gesunde Trauben.

Was Du davon im Glas hast

Bio ist eine Entscheidung für den Boden und für die Menschen, die im Weinberg arbeiten. Was Du schmeckst, sind von Hand gelesene, gesunde Trauben: im Reiler Falklay, in der Gutsabfüllung trocken von unserem CarboVino-Versuchsweinberg, im Spätburgunder. Wenn Du die Weinberge sehen willst: Weinprobe in Reil.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bio-Wein und konventionellem Wein? Im Bio-Weinbau sind synthetische Pflanzenschutzmittel, Mineraldünger und Herbizide verboten. Das wird jährlich kontrolliert.

Seit wann seid Ihr Bio? Seit 2011.

Was ist Humusaufbau? Der Aufbau von organischem Material im Boden. Humusreiche Böden speichern Wasser besser.

Woran erkenne ich Bio-Wein? Am EU-Bio-Logo auf dem Etikett und an der Nummer der Kontrollstelle, bei uns DE-ÖKO-022.

Ferienwohnung entdecken Weinprobe buchen Zum Weinshop