Der Sommer war wild: richtig heiß, richtig trocken, wochenlang kein Tropfen Regen. Ehrlich gesagt hatten wir anfangs Bedenken, ob die Reben und die Trauben das mitmachen. Haben sie — und wie. Gerade unsere alten Reben haben dieses Jahr gezeigt, was wirklich in ihnen steckt.
Am 30. August haben wir die ersten Trauben geerntet, am 23. September war Schluss— ein historisch früher Jahrgang.
Ein kleiner Höhepunkt gleich vorweg: Beim Spätburgunder hatten wir Partien mit rund 100 Grad Öchsle, beim Riesling lag die Reife auch in selten erreichten Bereichen. Das ist schon sehr kräftig — aber weil wir früh angefangen und alles gut im Blick behalten haben, steckt neben der Kraft auch moseltypische Frische drin, Eleganz, Spannung und Trinkfluss.
Gesund ist alles geblieben, die Abläufe liefen rund, die Verarbeitung sauber. Und wie jedes Jahr wäre daraus nichts geworden ohne die Menschen, die mit angepackt haben: Familie, Freunde, unser Team, Tag für Tag im Einsatz. Dafür bin ich wirklich dankbar.
Was mich jetzt schon begeistert: Das wird ein richtig schöner Jahrgang. Besonders beim Rotwein bin ich gespannt — die Reife und Konzentration, die wir beim Spätburgunder eingebracht haben, versprechen etwas Besonderes.
Nach der Lese geht es für uns weiter: Geräte aufräumen, säubern, warten und einlagern, die Gärungen laufen und werden täglich geprüft.
„Was mich dieses Jahr besonders gefreut hat: Keine Selektion im Weinberg nötig, also ernten im Idealzustand.“
Der neue Jahrgang braucht jetzt seine Zeit. Bis er im Glas ist, dauert es noch — unsere aktuellen Weine gibt es aber schon jetzt in unserem Shop, solange der Vorrat reicht.
Im nächsten Teil nehme ich euch mit in den Keller — was gerade aus den einzelnen Sorten wird, und die erste Kostprobe direkt aus dem Fass.